Dienstag, 23. August 2011

Forschung

Im Gegensatz zu zufälliger Entdeckung von neuen Erkenntnissen ist die Forschung die absichtliche Suche nach neuen Erkenntnissen. Die Erkenntnisse werden systematisch dokumentiert und in Form wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht. Es gibt sowohl wissenschaftliche Forschung als auch die Forschung im industriellen Rahmen.

Forschung lässt sich in drei Teilgebiete untergliedern: die Grundlagenforschung, die translationale oder auch weiterführende Grundlagenforschung und die angewandte Forschung. Grundlagenforschung befasst sich mit bis zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannten Mechanismen und Funktionen. Es gibt sie meist nur an Universitäten oder an gemeinnützigen Forschungsorganisationen, wie beispielsweise der Max-Planck-Gesellschaft oder der Leibnizgemeinschaft. Damit sollen wissenschaftliche Erkenntnisse erweitert werden. Translationale Forschung ist die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Sie beruht auf selbst gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen und will konkret auf Anwendungsziele hin entwickeln, die einem gesellschaftlichen oder kulturellen Nutzen dienen. Die angewandte oder auch Zweckforschung soll oft ein bestimmtes technisches Problem lösen. Meist wird eine wirtschaftliche Anwendung angestrebt. Sie findet zum einen an Hochschulen zum anderen auch in der freien Wirtschaft statt. In Deutschland gibt es auch spezielle Institute für angewandte Wissenschaft, wie beispielsweise die Fraunhofer-Gesellschaft. Die Grundlagenforschung liefert, wenn man es grundsätzlich betrachtet, die Erkenntnisse für die angewandte Forschung. Aber andererseits kann die angewandte Forschung auch Impulsgeber für die Grundlagenforschung sein.

In Deutschland wurden im Jahr 2007 insgesamt circa 61,5 Milliarden Euro ausgegeben. Davon wurden ungefähr 70 % von der Industrie finanziert. Allein die Pharmaindustrie hat 10,5 % der gesamten Forschungsaufwendungen in Deutschland finanziert.

Um zu forschen, braucht man eine Methode, ein Prinzip nach dem man vorgehen kann, dies gilt vor allem bei den Naturwissenschaften, wo oft idealtypisch vorgegangen wird. Zunächst wird geklärt, wie die Forschungsfrage überhaupt entstanden ist. Es wird ein Objekt der Fragestellung definiert, woraus dann ein präzise und schriftlich formuliertes Projekt entsteht. Warum soll das Thema erforscht werden? Welche neuen Erkenntnisse oder Informationen werden erwartet? Der nächste Schritt ist die Festlegung des aktuellen Kenntnisstandes; der Stand der Wissenschaft wird nach umfassender Recherche festgelegt. Häufig kommt es danach zu einer Korrektur der Fragestellung, des Projektes. Der nächste Schritt ist die Versuchsplanung. Mit geeigneten, eventuell noch zu entwickelnden Instrumenten wird ein Versuchsaufbau gewählt. In der Physik, Chemie oder Biologie erfolgt dies etwa durch analytische Messsysteme oder Maschinen, in der Psychologie sind es eher definierte Situationen und deren mathematisch-statistische Auswertung usw. Vor Versuchsbeginn werden die Kontrollmöglichkeiten dargestellt und schriftlich festgelegt. Wichtig ist dabei vor allem die Frage, ob der Versuchsaufbau logisch bzw. statistisch relevant ist in Bezug auf die Fragestellung. Nun folgt die Versuchsdurchführung. In den Naturwissenschaften werden an dieser Stelle oft sogenannte Vorversuche durchgeführt, die als Entscheidungs- und Korrekturhilfe dienen soll. Werden Fehler erst im eigentlichen Versuch festgestellt, kann dies sehr teuer werden. Um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, werden die Versuche unter möglichst gleichen Bedingungen wiederholt. In manchen Gebieten, wie der Biologie oder der Psychologie, führt erst eine sehr große Anzahl an Wiederholungen zu einem zuverlässigen Ergebnis. Der Versuch ist genau zu beobachten, dabei wird festgehalten, inwieweit er der Planung entsprechend verlief. Es muss während des Versuchs alles sorgfältig dokumentiert werden, dazu gehören Datenzusammenstellungen, die Auswertung, eine Interpretation und der Schlussbericht des Versuchs.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen