Mit der Medizin sollen Krankheiten und Verletzungen sowohl erkannt, als auch behandelt und es soll ihnen vorgebeugt werden. Ziel der Medizin ist die Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit. Es wird in Human- und Veterinärmedizin unterschieden. Neben Ärzten und Angehörigen anderer anerkannter Heilberufe, üben Therapeuten oder in Deutschland zugelassene Heilpraktiker die Medizin aus.
Schon im Altertum gab es die Medizin
Die Wurzeln der heutigen westlichen Medizin, die weltweit verbreitet ist, liegen in der griechischen, ägyptischen und römischen Antike. Die antike Medizin wird in vier Phasen eingeteilt. Die erste Phase ist die theurgisch-magische Medizin, bei der Kranke in Tempeln behandelt wurden und man versuchte, Wunder auszulösen. Das Ende dieser Epoche kam mit Hippokrates von Kos. Die folgende Zeit ist geprägt von der hippokratischen Praxis zuerst die Diagnose zu stellen, dann eine Therapie festzulegen und anschließend eine Prognose über den weiteren Verlauf zu stellen, die noch heute üblich ist. Eine neue Naturphilosophie, die sich unabhängig von Gottheiten sah und aus Elementenlehre und Qualitätenpathologie bestand, breitete sich aus. Der Ursprung der heutigen Medizin wird in der hippokratischen Fallbeschreibung gesehen. Neben der hippokratischen bildeten sich noch weitere Lehren, wie etwa die empirische, die methodische oder die pneumatische. Direkt im Anschluss an die hellenistische Phase kam die griechisch-römische. In dieser Zeit entstanden wichtige chirurgische, pharmakologische und anatomische Werke, die das medizinische Denken neben Hippokrates bis zur Aufklärung bestimmte.
Schon früh entstanden Diätologie und Chirurgie
Antike Vorbilder wurden in der byzantinischen Epoche übernommen und ergänzt. Islamische Gelehrte übernahmen die medizinischen Traditionen. Schulen für botanische Lehren, Diätologie und Chirurgie wurden entwickelt. Bis ins 16. Jahrhundert hinein waren sie die Kernbestandteile der Medizin. In der Renaissance gaben die Mediziner nach jahrhundertelangem Stillstand die Antiken Lehren nach und nach auf. Francis Bacon läutete im 17. Jahrhundert mit seinen Experimenten das Zeitalter der wissenschaftlichen Medizin ein. Paracelsus widerlegte in dieser Zeit auch einige der Lehren des Hippokrates, die Chirurgie wurde revolutioniert. Erst 200 Jahre später konnte die Pathologie sich gegen die anderen Lehren durchsetzen. Im 20. Jahrhundert kam es zu einem sprunghaften Wissenszuwachs, die Ausdifferenzierung zahlreicher Fachrichtungen war die Folge, beispielsweise Bakteriologie, Hygiene, Psychiatrie, Sozialmedizin oder Anästhesiologie.
Medizin hat ein großes Spektrum
Die Medizin ist aufgeteilt in eine Vielzahl an Subspezialisierungen und Fachgebieten, was aus der Zunahme des Wissens und auch aus der Vielfalt und der Freiheit der Lehre resultiert. Als Grundlage für die wissenschaftliche Medizin dienen natürlich in erster Linie die Naturwissenschaften, speziell dabei die Humanbiologie, die Anatomie, die Biochemie, die Psychologie oder die Physiologie. Während des Medizinstudiums sind dies die Fächer des Vorklinikums. Das Klinikum befasst sich mit der Behandlung der Kranken selbst. Traditionelle Fächer, wie Innere Medizin oder Chirurgie zählen ebenso dazu wie Frauenheilkunde oder Geburtshilfe und seit circa 200 Jahren auch die Kinderheilkunde. Viele Anwendungsgebiete entwickelten sich erst in den letzten 100 Jahren mit dem technischen Fortschritt und neuen Erfindungen, wie der Radiologie oder der Strahlentherapie. Die Aufgaben der übrigen Heilberufe zählen ebenfalls zum Spektrum der Medizin dazu, beispielsweise Krankengymnastik, Logopädie, medizinische oder medizinisch-technische Assistenz. Genauso wie der Arztberuf haben auch die übrigen Helberufe einen hohen Grad an Spezialisierung und Professionalisierung erreicht.
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