Laut dem GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) sind nach dem Zahlenwerk von 2008 ca. 93 Millionen Lebensversicherungsverträge in den Beständen der Versicherungskonzerne mit einem Kapitalanlagebestand von 690 Milliarden Euro.
Allgemeine Definition
Unter einer Lebensversicherung versteht man die wirtschaftliche Absicherung einer Person für den Todes- oder Erlebensfall. Hierzu wird eine bestimmte Versicherungssumme festgeschrieben, die dann gegen Zahlung von Prämien im Versicherungsfall zur Auszahlung gelangt. Der Versicherungsfall tritt entweder durch Ableben der versicherten Person ein oder durch Ablauf des Vertrags. Die Versicherungsleistung wird dann an die bezugsberechtigten Personen oder den Versicherungsnehmer ausgezahlt.
Arten der Lebensversicherung
Bei der klassischen Lebensversicherung soll vor allen Dingen der Todesfall über einen bestimmten Zeitraum abgesichert werden. Im Erlebensfall und bei einer Kapitalbildung wird die eingezahlte Summe inklusive der Überschüsse nach Abzug der Kosten ausgezahlt. Sie arbeitet mit einer Garantieverzinsung, die in den letzten Jahren immer geringer wurde. Eine weitere Senkung für das kommende Jahr ist bereits beschlossene Sache. Gestartet 1903 mit 3,5 Prozent per anno, über 4 Prozent in den 90er-Jahren, liegt die Garantieverzinsung derzeit bei 2,25 Prozent per anno. Eine Senkung auf 1,75 Prozent für Neuverträge hat das Finanzministerium gegen den Rat der Versicherungsmathematiker bekannt gegeben. Diese wollten lediglich eine Absenkung auf 2 Prozent, da sich die Konjunktur erholt und die Zinsen steigen. Diese Senkung soll kleinen Gesellschaften die Möglichkeit geben, sich am Markt zu etablieren und ausreichende Erträge zu erwirtschaften, damit wenigstens der Garantiezins ausgezahlt werden kann.
Die Fondsgebundene Lebensversicherung verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Vielmehr als der Todesfallschutz spielt hier die steuerbegünstigte Kapitalanlage eine Rolle. Es gibt bei den meisten Verträgen keinen Garantiezins. Das Kapitalanlagerisiko wird also alleine vom Versicherungsnehmer getragen. Der Reiz dabei stellt die eigene Auswahl der Anlagen dar sowie den Absicherungsmöglichkeiten. Zugleich wird über die Mindestlaufzeit von 12 Jahren in der Regel eine wesentlich höhere Rendite erzielt, als in der klassischen Anlage. Die erhöhte Gewinnausrichtung birgt aber auch Risiken. Sollte eine solche Anlage sehr gute Gewinne erzielt haben, aber ausgerechnet am Auszahlungstermin ein Börsencrash passieren, können alle Gewinne dahin sein. Deshalb ist es ratsam, während der Laufzeit in eine sichere Fondsanlage zu wechseln oder mit der Auszahlung zu warten und das Vermögen im Depot zu parken, bis die Werte wieder steigen.
Eine weitere Art ist die Risikolebensversicherung. Es gibt zwar auch hier wieder viele Abwandlungen, doch die reine Risikoversicherung verspricht eine Leistung im Todesfall. Dabei wird also das reine Risiko Ableben versichert. Der Kunde zahlt einen Beitrag, je nach Höhe der Versicherungssumme, Eintrittsalter und Gesundheitszustand und trägt die Bezugsberechtigten ein. Ideal als Hinterbliebenenversorgung, zur Absicherung von Schulden oder als Basis für weitere Unterversicherungen wie zum Beispiel die Berufsunfähigkeitsversicherung. Erlebt der Versicherte den Ablauf des Vertrages, erlischt die Versicherung ohne weitere Leistungen. Dafür ist der Beitrag sehr günstig und es wird eben nur das Notwendigste abgedeckt.
Tarifvielfalt
Viele Lebensversicherer beherbergen eine Vielfalt an verschiedenen Tarifen unter ihrem Dach. Der Kunde ist hierbei total überfordert und die Vermittler verkaufen oft nur das Produkt, welches für sie am einfachsten erscheint und wo sie die meiste Provision erhalten, denn auch sie überblicken in den wenigsten Fällen den Tarifdschungel der Gesellschaften.
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