Dienstag, 18. Oktober 2011

Die häufigsten Ursachen für das Scheitern einer Geschäftsidee – oder welche Fehler Sie vermeiden sollten

Potenzial ist da, die Zahlen beweisen es. Im Jahr 2010 haben insgesamt rund 418.000 Existenzgründungen stattgefunden, davon 265.000 als Nebenerwerb. (Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2011 waren es auch schon 206.000 Existenzgründungen, also eine leicht steigende Tendenz.) Demgegenüber stehen dann allerdings die Liquidationen, die Geschäftsaufgaben. Im Jahr 2010 wurden etwa 385.000 Betriebe wieder aufgegeben, davon waren etwa 269.000 Kleingewerbetreibende, die ihr Geschäft zum großen Teil als Nebengewerbe geführt haben. Das heißt jetzt nicht, dass all diejenigen die abgemeldet haben, auch die waren, die kurz zuvor angemeldet haben. Es zeigt aber recht deutlich, dass nicht sehr viele Unternehmen letztendlich übrigbleiben und sich weiterentwickeln können. Irgendetwas ist unterwegs schief gegangen, sodass die Unternehmer sich entschieden, ihr Gewerbe wieder abzumelden.
Unzureichende Finanzierung – eine der Hauptursachen
Klar, gerade wer ein Kleingewerbe anmeldet, ist meist nicht auf Rosen gebettet, sondern im Gegenteil, die Gründung ist oft eine Notlösung. Trotzdem sollten Sie sich dann Gedanken machen, wie das finanziell funktionieren soll, wovon Sie leben werden in der ersten Zeit. Das ist wichtig. Wird als Nebengewerbe gegründet, ist oft noch eine Einkommensform vorhanden, wie beispielsweise Arbeitslosengeld oder auch ein Einkommen aus einer nichtselbstständigen Tätigkeit. Hier sollten Sie dafür sorgen, dass diese Einnahmen noch so lange wie möglich kommen, damit Sie in Ruhe Ihr Geschäft aufbauen können. Wer unter Druck steht, trifft oft zu kurz gedachte Entscheidungen, langfristig erfolgreich werden Sie damit nicht.
Kaufmännische Kenntnisse? Mangelware
Ein weiteres Problem sind die kaufmännischen Kenntnisse der meisten Gründer. Wer Geschäftsrisiken oder Marktsituationen falsch einschätzt, geht ganz schnell baden. Eine große Schwierigkeit besteht auch darin, die Kosten im Griff zu behalten und alles im Blick zu haben. Wichtig ist, gerade langfristige Zahlungsverpflichtungen gut zu kalkulieren. In vielen Städten werden spezielle Seminare für Existenzgründer angeboten, die häufig kostenlos sind. Informationen dazu haben die Agenturen für Arbeit oder die zuständige Industrie- und Handelskammer, die meist diese Seminare durchführen.
Die Familie – oft mehr ein Hemmschuh als eine Hilfe
Wer sich mit einer neuen, vielleicht etwas gewagten Idee daran macht, Geld zu verdienen, stößt häufig auf Unverständnis. Hast Du Dir das auch gut überlegt? Lohnt sich denn der Aufwand? Gerade am Anfang wird natürlich jede freie Minute in das neue Geschäft gesteckt, schließlich soll es ja ein Erfolg werden. Wenn dann die Familie im Nacken sitzt und nur mault, weil nicht mehr so viel Zeit da ist, weil nicht mehr so viel Aufmerksamkeit vorhanden ist, dann wird das schnell zur Zerreißprobe. Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrer Familie darüber und machen Sie von vorneherein klar, dass das am Anfang so laufen muss, um Erfolg zu haben. Vielleicht ergibt sich so sogar die eine oder andere Hilfestellung.
Fazit: Die meisten Existenzgründungen scheitern bereits in den ersten Jahren. Und es liegt meist nicht an der Geschäftsidee. Informieren Sie sich gründlich, lassen Sie sich beraten und nicht entmutigen. Nur wer Durchhaltevermögen beweist und auch steinige Wege nicht umgeht, dem wird am Ende ganz sicher der Erfolg winken.

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